Erst die Zahlen, dann die Bilder. Vom Agera RS hat Koenigsegg 25 Stück gebaut. Drei davon wurden zum Koenigsegg Agera RSR umgebaut, und alle drei gingen an Kunden in Japan. Eine stand auf dem polierten Boden bei BINGO Sports in Tokio, mit Händlerkennzeichen statt Zulassung, und war das Erste, worauf wir die Kamera gerichtet haben. Wir waren letztes Jahr vier Monate in Japan; das hier ist die zweite Fuhre Fotos von dieser Reise.
Vor den Autos: die Roboter-Gesichter von Gentle Monster
Auf dem ersten Bild dieser Serie ist gar kein Auto. In einem Gentle-Monster-Store in Tokio steht die Installation der Brillenmarke: riesige Roboter-Gesichter, bei denen hinten die Mechanik herausschaut. Da bleibt jeder stehen. Es gab den Ton für eine Reise vor, auf der das Seltsamste immer wieder neben dem Schnellsten auftauchte.
Agera RSR vs. Agera RS: die Unterschiede

Vom normalen Agera RS unterscheidet man ihn auf einen Blick. Der Flügel steht nicht auf Stützen von unten, er hängt an Schwanenhals-Halterungen von oben, ein System, das Koenigsegg zuerst am One:1 verbaut hat. Auf der Endplatte steht „RSR“ in kupferfarbener Schreibschrift. Die Dachhutzen sind kürzer als beim RS, damit sich das Targa-Dach weiterhin abnehmen und im Bug verstauen lässt. Die Leistung bleibt gleich: 1.160 bhp aus dem 5,0-Liter-V8 mit Biturbo. Dieses Exemplar ist in Petrol über Sichtcarbon lackiert, mit kupferfarbenen Zierlinien und kupferfarbenen Splitter-Enden.
Im Agera RS saßen wir schon einmal, in Québec, und danach mussten wir unsere Vorstellung von „schnell“ neu sortieren: auf dem Beifahrersitz bei Olivier Benloulou. Einen der drei RSR still in einer Halle stehen zu sehen, war eine ganz andere Art Gänsehaut.
Quelle: Top Gear: Attention Koenigsegg spotters, it's the new Agera RSR.
Rot im Schaufenster

Am selben Abend durchs Glas: das Lamellenheck eines roten Lamborghini und ein roter Ferrari-Sportprototyp im Stil der P-Wagen der 1960er, mit weißem Startnummernkreis und der 3 auf der Nase. Dahinter spiegelt sich ein Ferrari F40 auf seinen Fünfspeichenfelgen in der Scheibe. Bei BINGO wechseln Tokios Sammlerautos den Besitzer, und vor diesem Fenster standen wir nicht zum ersten Mal: ein Lexus LFA neben einem Toyota 2000GT.
LaFerrari: Menschenauflauf am Bordstein

Wintersonne, kahle Bäume, und am Bordstein ein roter Ferrari LaFerrari mit hochgeklappter Tür. Ferraris V12-Hybrid-Hypercar wurde in einer Auflage von 499 Coupés gebaut, und in Tokio bringt er Großeltern, Kinder und Fotografen bis heute auf dieselbe Weise zum Stehen. Wir gehören, wenig überraschend, zur dritten Gruppe.
Nachtschicht: Silvia S15 und Century SUV


Eine gelbe Nissan Silvia S15 in einer belebten Einkaufsstraße: Rocket-Bunny-Entenbürzel, gezogene Kotflügel, polierte Felgen mit tiefem Bett, und direkt dahinter parkt eine silberne S15. Zwei S15 am selben Bordstein sind in Tokio immer noch ein ganz normaler Abend. Bei uns wäre das schon ein Treffen.
Um die Ecke das andere Ende der japanischen Autowelt: der Toyota Century SUV, die hohe Version von Japans Chauffeurlimousine, blau leuchtend in einer Seitenstraße. Wer die Limousine kennt, findet die Familiengeschichte in unserer Century-V12-Story.
Ginza, Sonnenuntergang und ein Kei-Truck



Ein silberner Honda NSX der ersten Generation rollt von uns weg die Suzuran-dori in Ginza hinunter, das durchgehende Rücklichtband leuchtet zwischen den Ladenschildern. Ein Toyota Hiace und ein JPN Taxi fahren in die tief stehende Sonne. Und einer aus Fukuoka: ein blauer Honda Acty Kei-Truck mit Fukuoka-Kennzeichen, durch dessen Scheibenwischer Ranken wachsen, dahinter ein roter und ein gelber Sportwagen unter Abdeckplanen. Jedes Land hat Autos, die sich die Natur zurückholt. Japan macht das nur mit den besseren Pritschenwagen.
Der, der uns entwischt ist

Das letzte Bild ist verwackelt, und nicht von uns. Das ist die Hand eines Sicherheitsmanns, der dazwischenging, damit wir einen Ferrari SF90 in Sonderedition in der Tiefgarage nicht fotografieren. Das Bild haben wir trotzdem behalten: In Tokio haben manche der seltensten Autos einen Bodyguard.
Fotos: One Breath Pictures.

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