Vier Rotoren, wo eigentlich ein SR20 hingehört. Ein Hecktriebler, der als Kompaktwagen die beste Wertung des Wochenendes holt. Und ein GR Supra, dem um Mitternacht das komplette Heck fehlt. Das ist der zweite Teil vom D1GP Ebisu im September 2025, unserem ersten D1-Wochenende überhaupt. Die Ergebnisse von Lauf 5 und 6 und die Autos auf der Strecke stehen in unserem ersten Bericht vom D1GP Ebisu. Hier kommt der Rest des Films, unbearbeitet und mit offenen Hauben.
Motorräume im Fahrerlager
In der D1 gibt es keine Boxen, nur Zelte, und deshalb steht jeder Motorraum offen zur Schau. Der GR Supra #90 von Mao Yamanaka aus dem Team Weins Toyota Kanagawa stand unter dem Banner mit seinem Namen, die Haube hochgestellt, auf einer Seite ein großer Turbo, davor ein roter Bodenventilator, der zwischen den Läufen Luft in den Motorraum blies. Yamanaka holte viel aus dem Wochenende heraus: Platz drei im Battle von Lauf 6 am Sonntag und Platz vier im Solo-Lauf.


Silvia S15 mit Vierscheiben-Wankelmotor
Der seltsamste Motor des Wochenendes wohnt in einem chromblauen Silvia S15. Das Auto #38 von Hisashi Saito und Team Miyaseimitsu fährt einen selbst gebauten Wankel mit vier Scheiben, und der Stoßfänger verrät es sogar: ein kleiner Aufkleber „RX 15 four“ unter dem Scheinwerfer. Unter der Haube sitzt ein polierter Ansaugsammler mit Miyaseimitsu-Schriftzug genau dort, wo früher ein Nissan SR20 war. Mazdas eigener Vierscheiben-Motor gewann 1991 im 787B bekanntlich Le Mans; so einen in einer Drift-Silvia zu sehen, ist noch mal eine ganz andere Nummer.
Quer auf der Strecke: S13, GR86 und GR Corolla

Rookie Ryu Nakamura im lila-pinken S13 #76 war einer der Stars des Wochenendes. In Lauf 5 wurde er Dritter, nachdem er im Solo-Lauf mit 98,49 Punkten Zweiter geworden war. Hier rutscht er an den Bannern am Hang vorbei, während vor uns der Flügel eines roten D-MAX-Silvia durchs Bild wischt.

Team Toyo Tires Drift kam mit einer ganzen Flotte GR86. Die Nummer auf dem Auto oben können wir nicht lesen, also bleibt es „ein GR86 von Team Toyo Tires“. Zu den GR86-Fahrern des Teams in Ebisu gehörten Meister Hideyuki Fujino (#66), Masato Kawabata (#88) und Yuki Tano (#80).

Aus demselben Team rollte der GR Corolla #77 von Hokuto Matsuyama mit Schwanenhals-Flügel und weißen Felgen durchs Fahrerlager. Ein Kompakter als Driftauto klingt nach Witz, bis man auf die Anzeigetafel schaut: Matsuyama gewann den Solo-Lauf am Sonntag mit 99,38 Punkten, der besten Wertung des ganzen Wochenendes.
Startaufstellung und Fanfahnen


Vor den Battles laufen die Fans zwischen den Autos durch die Aufstellung. Der Mark II JZX100 #50 von Rookie Ryo Ishii (Team BuzzBreak) zeigt, warum der Kühler im Kofferraum sitzt: Lüftungsschlitze im Kofferraumdeckel, quer über die Heckscheibe ein Oakley-Logo. Daneben ein roter S15 in Shibatire-Farben, die Heckscheibe voller handgeschriebener Namen von Unterstützern, und ein blauer Silvia im Rocket-Bunny-Design, höchstwahrscheinlich die #91 von Hirotaka Kano.

Und über allem: Fahnen. Die größte, die wir gesehen haben, war schwarz, mit 斎藤太吾, dem Namen von Daigo Saito, in riesigen weißen Kanji.
Nachtschicht: der Supra von Fat Five Racing


Irgendwann gegen Mitternacht lag am Berg von Ebisu ein Mann flach auf dem Rücken unter einem Toyota GR Supra, und vom Heck des Autos war nichts mehr übrig. Das ist das Foto, zu dem wir immer wieder zurückkehren. Saitos GR Supra #87 von Fat Five Racing, den er genau bei diesem Event zum ersten Mal einsetzte, stand nach Einbruch der Dunkelheit unter dem Zelt von Monster Energy, Heckschürze, Diffusor und hintere Querlenker auf dem Asphalt ausgebreitet, ein Mechaniker darunter, ein zweiter kniend im Licht. Ein paar Zelte weiter hatte die Toyo-Tires-Crew Matsuyamas GR Corolla mit offener Haube auf Böcken. Früh ins Bett ging hier niemand.
Wer sehen will, wo Saitos Autos entstehen: Wir haben Weihnachten bei ihm verbracht, beim Weihnachts-BBQ von Fat Five Racing.
Warum es einen zweiten Teil braucht
Ergebnisse sagen, wer gewonnen hat. Diese Fotos zeigen, was es kostet: Reifenstapel neben dem Zelt, Ventilatoren vor heißen Motoren und Crews, die bis nach Mitternacht schrauben, damit ein Auto am nächsten Morgen noch einen Lauf quer fahren kann. Das ist D1. Wer einmal da war, bei dem läuft Ebisu auch noch Wochen später im Kopf.
Fotos: One Breath Pictures.

Kommentare