Manche Strecken richten Drift-Events aus. Ebisu ist Drift. Der Kurs ist in die Hügel der Präfektur Fukushima gegraben und seit Jahrzehnten Wallfahrtsort für alle, die lieber quer fahren. Ende September 2025 stand dort der D1GP Ebisu 2025 an, Lauf 5 und 6 des D1 Grand Prix. Für uns war es die erste D1-Runde überhaupt, und einen besseren Ort für den Einstieg hätten wir nicht finden können. Das Foto ganz oben zeigt den Mann, der am Ende die ganze Saison gewann: Hideyuki Fujino im GR86 mit der #66 von Team Toyo Tires Drift, Rauchwolke oben am Kurs inklusive.
Warum Ebisu so besonders ist


Ebisu ist nicht eine Strecke. Es ist ein ganzes Bündel kurzer, technischer Kurse, übereinander an einen Berghang gesetzt, mit Zuschauerhängen, auf denen man fast direkt über dem Geschehen sitzt. Das D1-Layout führt bergab in eine schnelle Einfahrt, und die Betonmauern stehen so nah, dass man jeden Zentimeter Abstand von den Rängen aus ablesen kann. Rauch hängt im Tal, Sponsorenfahnen säumen den Grat, und der Sound wirft sich zwischen den Bäumen hin und her. So fühlt sich keine andere Strecke an. Die Nordschleife hat ihre Grüne Hölle, Ebisu hat seinen rauchenden Berg.
Und so sieht diese Nähe aus, wenn jemand voll durchzieht: Masato Kawabata, ohne Lupfen, durch die Einfahrt von Ebisu.
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Ergebnisse von Lauf 5 und 6


Gefahren wurde am 27. und 28. September. Lauf 5 gewann Hideyuki Fujino im Battle, die Solo-Qualifikation entschied Koudai Sobagiri für sich. Fujino schlug im Halbfinale Rookie Ryu Nakamura im pinken S13 #76 und im Finale Sobagiri. Am Sonntag drehte sich die Reihenfolge: Hokuto Matsuyama holte den Solo-Lauf, Sobagiri gewann das Battle-Feld. Fujino sicherte sich später die Meisterschaft 2025, seinen dritten D1-Titel, im GR86 #66 mit 2JZ.
Das rote Auto oben ist eine Legende für sich: der Toyota GR Supra #87 von Daigo Saito und Fat Five Racing, ebenfalls mit 2JZ. Saito setzte den Supra ab Lauf 5 ein, also genau hier in Ebisu. 2012 wurde er in den USA Formula-Drift-Meister, und kaum ein Fahrer hatte je mehr Stil bei vollem Lenkeinschlag. In der Aufstellung führt der Mark II #50 von Ryo Ishii (BuzzBreak) vor dem S15 #38 von Hisashi Saito (Miyaseimitsu) mit selbst gebautem Vierscheiben-Wankelmotor und dem S13 #98 von Masakazu Doi im Stars-and-Stripes-Look.
Wo Saitos Autos zu Hause sind? Wir haben Weihnachten in seiner Werkstatt verbracht: Weihnachts-BBQ bei Fat Five Racing.
Lauf 5 · Samstag, 27. September 2025
Battle (Tsuiso)
| Platz | Nr. | Fahrer | Auto |
|---|---|---|---|
| 1 | #66 | Hideyuki Fujino | Toyota GR86 |
| 2 | #31 | Koudai Sobagiri | Toyota GR86 |
| 3 | #76 | Ryu Nakamura | Nissan Silvia S13 |
| 4 | #99 | Naoki Nakamura | Toyota GR86 |
| 5 | #87 | Daigo Saito | Toyota GR Supra |
| 6 | #9 | Tetsuya Kume | Nissan Silvia S15 |
| 7 | #2 | Seimi Tanaka | Nissan Silvia S15 |
| 8 | #81 | Kenshiro Wada | Nissan Silvia S15 |
Finale: Fujino schlug Sobagiri mit mehr Nähe an der Einfahrt. Halbfinals: Fujino schlug Ryu Nakamura, der im Rerun Kontakt hatte; Sobagiri schlug Naoki Nakamura, dessen GR86 sich mit gebrochener Antriebswelle drehte. Daigo Saitos dritter Platz im Solo-Lauf kam am Debütwochenende des Supra.
Solo-Lauf (Tanso), Top 5
| Platz | Nr. | Fahrer | Auto | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | #31 | Koudai Sobagiri | Toyota GR86 | 98.77 |
| 2 | #76 | Ryu Nakamura | Nissan Silvia S13 | 98.49 |
| 3 | #87 | Daigo Saito | Toyota GR Supra | 98.42 |
| 4 | #99 | Naoki Nakamura | Toyota GR86 | 98.42 |
| 5 | #70 | Masashi Yokoi | Nissan Silvia S15 | 98.29 |
Lauf 6 · Sonntag, 28. September 2025
Battle (Tsuiso)
| Platz | Nr. | Fahrer | Auto |
|---|---|---|---|
| 1 | #31 | Koudai Sobagiri | Toyota GR86 |
| 2 | #99 | Naoki Nakamura | Toyota GR86 |
| 3 | #90 | Mao Yamanaka | Toyota GR Supra |
| 4 | #18 | Tetsuya Hibino | Toyota GR86 |
| 5 | #88 | Masato Kawabata | Toyota GR86 |
| 6 | #66 | Hideyuki Fujino | Toyota GR86 |
| 7 | #9 | Tetsuya Kume | Nissan Silvia S15 |
| 8 | #80 | Yuki Tano | Toyota GR86 |
Finale: Sobagiri schlug Naoki Nakamura. Halbfinals: Naoki Nakamura schlug Yamanaka, Sobagiri schlug Hibino.
Solo-Lauf (Tanso), Top 5
| Platz | Nr. | Fahrer | Auto | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | #77 | Hokuto Matsuyama | Toyota GR Corolla | 99.38 |
| 2 | #70 | Masashi Yokoi | Nissan Silvia S15 | 98.16 |
| 3 | #31 | Koudai Sobagiri | Toyota GR86 | 97.94 |
| 4 | #90 | Mao Yamanaka | Toyota GR Supra | 97.90 |
| 5 | #88 | Masato Kawabata | Toyota GR86 | 97.85 |
Sobagiri verließ Ebisu als Tabellenführer, vor Fujino, Yokoi und Kojiro Mekuwa. Fujino holte sich die Spitze beim Finale in Odaiba im November zurück. Quellen: die offiziellen Berichte der D1 Corporation zu Lauf 5 und Lauf 6.
Im Fahrerlager



Das Fahrerlager ist der halbe Grund für die Reise. Die Teamzelte öffnen sich direkt zu den Autos hin, und man steht einen Meter neben Motoren, die mehr leisten als die meisten Prüfstandsblätter, die man je zu Gesicht bekommt. Der S13 #98 von Masakazu Doi (Drift Star) stand unter seinem Zelt mit Adler-Motiv, dahinter der Chaser JZX100 #75 von Teamkollege Yumeto Hatanaka. Beim 180SX #8 von Rookie Takuya Inaoka (Vehiql Racing × Valino) war die Haube offen, und im Zelt von Team Toyo Tires Drift zeigte der Toyota 86 #14 von Rookie Shiina Tamaki seinen Nissan VR38DETT, den Biturbo-V6 aus dem GT-R.


Toyotas große Viertürer sind immer noch überall. Das Auto #50 von Ryo Ishii (BuzzBreak) und das rote #30 von Tetsuro Nakata (Team TNR Lovca) sind beide Mark II JZX100, Hatanaka fährt den Chaser JZX100, und das orangefarbene Drift Taxi, das zwischen den Sessions Mitfahrten anbietet, ist ein Mark II Grande JZX110. Zwei Jahrzehnte später ist die Mark-II-Familie noch immer die Seele des japanischen Driftsports. Hierzulande würde man so etwas Familienlimousine nennen. In Ebisu nennt man es Sportgerät.
Nachtschicht



Als die Sonne hinter dem Grat verschwand, ging die Arbeit weiter. Die Crews bauten Fahrwerke neu auf und wechselten Reifen unter Arbeitsleuchten: Team Toyo Tires am GR86 #88 von Masato Kawabata und am GR Corolla #77 von Hokuto Matsuyama, Team Vertex am Lexus RC #78 von Takahiro Ueno mit 2JZ. Die zweite Hälfte unserer Galerie ist bewusst unbearbeitet: So sah das Wochenende aus, während es passierte.
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Warum sich die Reise lohnt
In der D1 wurde aus japanischer Straßenkultur ein Profisport, und in Ebisu fühlt sich diese Kultur noch immer am nächsten an ihren Wurzeln an. Wer eine Japanreise rund um Motorsport plant, setzt ein D1-Wochenende in Ebisu ganz oben auf die Liste. Ein langes Objektiv einpacken, eine Powerbank und Geduld für den Fußweg den Berg hinauf.
Fotos: One Breath Pictures

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