Lenkrad rechts, Schalthebel in der Mitte, ein schwarzer Bride-Schalensitz für den Fahrer: Dieser weiße Toyota Mark II JZX100 wurde für Japan gebaut und nie offiziell in Kanada verkauft. Trotzdem steht er in Ottawa, unter einem Schild, das so kanadisch ist, wie Schilder nur sein können: MAXIMUM 40 km/h, AREA, SECTEUR, ENDS, FIN, auf Englisch und Französisch. In unserer Bildunterschrift nannten wir ihn einen Mark II Tourer V und einen der saubersten überhaupt. Nachdem wir ihn bei rosa Abendhimmel aus jedem Winkel gefilmt haben, bleiben wir dabei.
Felgen, Fahrwerk, Innenraum: was an diesem Auto steckt
Unser Reel ist als Stapel aus drei bewegten Bildern geschnitten, jedes Standbild zeigt das Auto also dreifach. Von vorne nach hinten haben wir Folgendes gesehen:
- Fahrwerk. Tief über den Reifen, die Räder sitzen bündig unter den Radläufen.
- Felgen. Mehrteilige Felgen mit Doppelspeichen, polierten Hörnern, verschraubten Felgenbetten und roten Nabendeckeln.
- Karosserie. Eine Zubehör-Frontstoßstange mit großer Mittelöffnung und einem Kühlernetz im Ladeluftkühler-Stil dahinter, Seitenschweller und eine tiefe Heckschürze mit einem einzelnen Endrohr.
- Licht. Die originalen Multireflektor-Scheinwerfer und das durchgehende Mark-II-Leuchtenband hinten, beides makellos.
- Innenraum. Ein schwarzer Bride-Schalensitz für den Fahrer, ein tiefes Zubehörlenkrad auf der rechten Seite und ein Schalthebel zwischen den Sitzen.

Die Motorhaube haben wir diesmal nicht geöffnet, also lassen wir den Motor dort, wo ihn die Bildunterschrift lässt: bei Tourer V. Was man sagen kann: Hier hat jemand das Schwierigste gemacht, nämlich sich zurückgehalten. Keine Folierung, kein Riesenflügel, einfach eine weiße japanische Limousine, tiefer, optisch breiter und schärfer. Ein Auto, über das man sich beim Tankstellentreffen eine halbe Stunde unterhält, ohne dass einer laut werden muss.

Mark II, Chaser, Cresta: die Technik des JZX100
Der Mark II war Toyotas Mittelklasse-Limousine mit Hinterradantrieb für den Heimatmarkt, ein Name, der bis zum Corona Mark II von 1968 zurückgeht. Der JZX100 ist die achte Generation, gebaut von 1996 bis 2000, und teilte sich die Plattform mit zwei Geschwistern: dem sportlicheren Chaser und dem förmlicheren Cresta. Alle drei gab es mit verschiedenen Reihensechszylindern. Der begehrte ist der Tourer V mit dem 2,5-Liter-1JZ-GTE, einem Single-Turbo-Sechser mit VVT-i und den 280 PS, die japanische Hersteller damals angaben. Ein Fünfgang-Schaltgetriebe stand in der Preisliste.
Vier Türen, Hinterradantrieb, ein Turbo-Sechser, der Ladedruck liebt, und Handschaltung: Genau diese Mischung machte den JZX100 vom Angestelltenauto zur Drift-Ikone. Und genau deshalb werden saubere, unverbastelte Exemplare in Japan langsam selten.
Die 15-Jahre-Regel: warum ein Rechtslenker in Ottawa steht
Kanada erlaubt Privatleuten den Import von Fahrzeugen, sobald sie 15 Jahre alt sind, ein Jahrzehnt früher als die 25-Jahre-Regel südlich der Grenze. Für den JZX100 ging dieses Fenster vor Jahren auf, und das Ergebnis ist eine kleine, eingeschworene Szene rechtsgelenkter Toyota-Limousinen in Ontario und Quebec, mit kanadischen Kennzeichen und kanadischen Wintern.
Fazit
In seinem natürlichen Lebensraum siehst du dieses Auto in unserer Touge-Nacht im Toyota Mark II JZX100 mit OGA und 1320video, das Schwesterauto hörst du im Clip zum Toyota Chaser JZX100 Tourer V. Quer ging dieser hier für uns nie. Musste er auch nicht. Unter einem zweisprachigen Schild, während das Licht verschwand, war er das bestangezogene Auto von Ottawa.
Fotos und Video: One Breath Pictures.

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