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Quer im Taxi-Gelb: BMW M5 E60 Drift-Taxi mit V10 – und ein Lexus IS300 mit angeblich über 1.000 hp
Car Spotting3 Min. Lesezeit

Quer im Taxi-Gelb: BMW M5 E60 Drift-Taxi mit V10 – und ein Lexus IS300 mit angeblich über 1.000 hp

Ein Taxi, das nur zum Querfahren gebaut ist, und ein Sleeper, dem man nichts ansieht. Der eine schreit mit zehn Zylindern über das Gelände von iCar, der andere steht mit Werks-Schriftzügen und einem Endrohr auf einem Parkplatz in Montreal – und soll laut Besitzer über 1.000 hp haben. Eine Saison in Québec, zwei Extreme.

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Taxis sollen eigentlich geradeaus fahren. Dieses hier kann nichts anderes als quer: ein BMW M5 E60 im Drift-Taxi-Ornat, gelb lackiert, Dachschild obendrauf, und unter der Haube der V10, für den man diese Generation liebt. Auf dem iCar-Gelände in Mirabel nördlich von Montreal haben wir ihm zugesehen, wie er im eigenen Qualm verschwindet. An einem Sonntagmorgen in der Stadt dann das genaue Gegenteil: ein weißer Lexus IS300, so unauffällig wie ein Firmenwagen, dem sein Besitzer mehr als 1.000 hp zuschreibt.

Das Drift-Taxi: BMW M5 E60 mit S85-V10

Die Optik: Taxi-Gelb mit Karostreifen, DRIFT TOUR auf den Türen, schwarzer Streifen über die Haube, weiße Vielspeichen-Felgen, Sponsoraufkleber auf der Stoßstange und ein Taxischild auf dem Dach. Die Farben gehören zu Drift Tours, die wir im Post markiert haben. Der Job eines Drift-Taxis: jemanden auf den Beifahrersitz setzen und ihm zeigen, wie sich quer anfühlt. Platz dafür bietet die weite Betonfläche von iCar, einem Motorsportkomplex in Mirabel.

Zur Technik: Der E60 M5, gebaut von 2005 bis 2010, ist die verrückteste Limousine, die BMW je verkauft hat. Der S85 ist ein 5,0-Liter-V10 mit 507 PS und einer Drehzahlgrenze jenseits von 8.000/min, Formel-1-Gedanken in einer fünfsitzigen Business-Limousine. Wir haben den Clip mit #s85 getaggt, und nichts, was wir gesehen haben, spricht dagegen. Unter die Haube geschaut haben wir aber nicht: Den Motor nehmen wir als Ruf des Autos, nicht als eigenen Befund. Bei uns wäre das Ganze übrigens spätestens beim Dachschild ein Fall für den TÜV.

Der Clip, Sekunde für Sekunde

Das gelbe BMW M5 E60 Drift-Taxi frontal zur Kamera, schwarzer Haubenstreifen und Taxischild, Qualm im Hintergrund
Das gelbe BMW M5 E60 Drift-Taxi frontal zur Kamera, schwarzer Haubenstreifen und Taxischild, Qualm im Hintergrund
Das BMW M5 E60 Drift-Tour-Taxi quer, die Hinterreifen qualmen, iCar
Das BMW M5 E60 Drift-Tour-Taxi quer, die Hinterreifen qualmen, iCar

Der Reel dauert 30 Sekunden und ist aus mehreren Momenten des Tages geschnitten: Zur Hälfte wechselt der Himmel von bewölkt zu strahlend blau. In den ersten fünf Sekunden kommt das Taxi an den rot-weißen Leitplanken auf der anderen Seite entlang, schon quer. Bei Sekunde sechs zieht es seitlich an uns vorbei, Qualm von den Hinterrädern. Von Sekunde sieben bis neunzehn ein langer Bogen über das hintere Ende der Fläche, vorbei an einem schwarzen Turm und pinken Sponsorbannern. Bei 22 Sekunden zeigt die Nase mit vollem Lenkeinschlag direkt in die Kamera, ab Sekunde 24 dreht es Donuts, bis der Qualm das ganze Auto verschluckt.

In unserer Caption stand „Double V10“-Drift-Taxi. In diesem Clip ist immer nur ein gelber M5 im Bild, zwei können wir also nicht zeigen. Der volle Clip kommt noch. Beifahrerfahrten sind der beste Weg, Drift zu verstehen: In Ebisu hat ein Mark II Grande JZX110 denselben Job gemacht, nachzulesen in unserer Geschichte vom D1 Grand Prix. Drift auf Top-Niveau in Nordamerika gibt es bei Formula DRIFT in Stafford 2026.

Der Sleeper: Lexus IS300 bei Epicure Classics

Ein weißer Lexus IS300 der ersten Generation (XE10) von hinten beim Sonntagstreffen Epicure Classics in Montreal
Ein weißer Lexus IS300 der ersten Generation (XE10) von hinten beim Sonntagstreffen Epicure Classics in Montreal

Sonntagmorgen, Treffen von Epicure Classics. Unser Clip: 14 Sekunden, eine feste Einstellung direkt von hinten, nichts bewegt sich außer dem Klang. Auf dem Kofferraumdeckel der Lexus-Schriftzug und das IS-300-Emblem, die runden inneren Rückleuchten ab Werk, oben an der Heckscheibe ein Fireball-Aufkleber, ein BBS-Rahmen um das Kennzeichen aus Québec. Ein einziges Endrohr schaut rechts unter der Stoßstange hervor. Ringsum ein ganz normales Treffen: links ein rotes Auto, rechts eine silberne Limousine mit offener Haube, Leute in Hoodies am Zaun, dahinter das Dach einer Tankstelle. Den Leerlauf haben wir „choppy“ genannt. Lauter drehen, dann hört man warum.

Warum der 2JZ im IS300 schon ab Werk steckt

Der nordamerikanische IS300, gebaut von 2001 bis 2005 auf dem Chassis XE10, kam mit dem 2JZ-GE: 3,0-Liter-Reihensechser, Sauger, der Bruder des Biturbo-2JZ-GTE aus dem A80 Toyota Supra. Gleiche Familie, gleicher berühmt robuster Graugussblock, Hinterradantrieb. Deshalb fallen „2JZ“ und „IS300“ auf jedem Tuning-Treffen in Nordamerika im selben Satz.

Was jetzt in diesem Exemplar steckt, welcher Turbo, welcher Kopf, wissen wir nicht, und wir raten nicht. Der Besitzer nennt seinen Aufbau „mental“ und gibt über 1.000 hp an. Auf dem Prüfstand hatten wir ihn nicht, die Zahl ist also seine, nicht unsere. Was ein 2JZ kann, wenn jemand wirklich ernst macht, zeigt der Carbon-Soarer von AutoBahn mit 900 PS.

Fazit: Québec mag es extrem

Montreals Szene kommt nicht nur zum Grand Prix raus, auch wenn dieses Wochenende eine eigene Liga ist: die Autos des F1-Wochenendes 2026. Sonst heißt es: Parkplatztreffen am Sonntagmorgen und eine Driftfläche gleich nördlich der Stadt in Mirabel. Und beide Autos lehren dasselbe: Das spannendste Auto auf dem Platz ist entweder das unauffälligste oder das, das wie ein Taxi lackiert ist.

Video: One Breath Pictures.

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