Reihensechser vorne, Antrieb hinten, Schaltgetriebe möglich, Baujahr Neunziger: Wer das liest, denkt in Japan an den Toyota Chaser JZX100 und bei uns an den E36 M3. Deshalb haben wir diesen roten BMW E36 M3 Breitbau in unserer Bildunterschrift „just a 2 door Chaser“ genannt, einen zweitürigen Chaser. Gefilmt haben wir ihn in New Jersey nach einem Regenschauer, jede Fläche voller Wassertropfen, abgestellt auf nassem Rasen wie ein Exponat, das jemand vergessen hat reinzuholen. Darüber, ausgeschnitten aus einem gewaltigen Heckflügel und gegen den grauen Himmel gestellt, drei Buchstaben: LTO.
Die Karosserie: LTO-Breitbau mit sichtbarem Spalt
LTO steht für Live To Offend und ist die Marke hinter diesem Look; unsere Bildunterschrift schreibt das Design einem Designer zu, der mit LTO arbeitet. Was wir am Auto gesehen haben:
- Kotflügel. Angeschraubte Verbreiterungen vorne und hinten, Schnittkante und Spalt zum Originalblech bleiben sichtbar. Die ehrliche Art, so etwas zu machen.
- Flügel. Ein großer Heckflügel auf hohen Stützen auf dem Kofferraumdeckel, LTO in das Blatt geschnitten, fast so breit wie das Auto.
- Heck. Ein Diffusor mit Finnen unter der Stoßstange und die Endrohre des M3.
- Front. Die M3-Frontschürze mit Lippe darunter, dazu ein tiefes Fahrwerk.
- Lack. Schlichtes Knallrot, keine Folierung, nur ein Sponsorenbanner an der Frontscheibe.

Ob so ein Flügel bei uns durch die Eintragung käme, ist eine Frage für einen sehr geduldigen Prüfer. In New Jersey trägt er jedenfalls ein Kennzeichen.
Felgen: Rotiform im Mesh-Design

Die Felgen sind Rotiform, das Logo sitzt auf dem Nabendeckel: ein Kreuzspeichen-Mesh in Champagnergrau, ein tiefes poliertes Horn, dahinter blitzen gelbe Bremssättel. Mesh-Felgen und ein roter E36, das war noch nie falsch. Wer in den Neunzigern auf Treffen am Wörthersee war, weiß, wovon wir reden.
Technik: der E36 M3 und der Sechszylinder
Der E36 M3 wurde von 1992 bis 1999 gebaut. Europäische Autos bekamen den S50-Reihensechser mit 3,0 und später 3,2 Litern, nordamerikanische M3 fuhren mit eigenen, schwächeren Versionen des Sechszylinders. So oder so: Mit diesem Auto wurde der M3 zum Sechszylinder.
Und damit zurück zum Witz. Der Chaser JZX100 ist eine viertürige japanische Limousine, die zur Drift-Ikone wurde, der E36 M3 ein deutsches Coupé, das zum Trackday-Klassiker wurde. Dreißig Jahre später schrauben die Leute an beiden noch immer mit derselben Begeisterung. Wer seinen Chaser JZX100 kennt, versteht diesen BMW sofort.

Fazit
Unsere Bildunterschrift sagte auch, dieser Aufbau mache uns ein bisschen nervös („feeling uneasy about this build“), und dazu stehen wir. Ein Flügel dieser Größe auf einem Straßenauto macht Leute nervös, im besten Sinn. Er ist laut ohne Aufkleberbombe und breit, ohne das Auto darunter zu verstecken. Einen ganz anderen, sehr ernsten E36 M3 findest du in unserer Geschichte zum BMW E36 M3 mit Judd-V8 von Georg Plasa, mehr aus New Jersey beim Tommy Kaira R32 unter Kirschblüten.
Fotos und Video: One Breath Pictures.

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